Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt in einem rasanten Tempo. Arbeitnehmer müssen sich nicht nur auf die Anwendung immer neuer Systeme verstehen, auch die Arbeitsinhalte ändern sich schneller. Denn künftig werden Computer einfachere Routinearbeiten vollautomatisch steuern. Für die Menschen bleiben die eher komplexen Aufgaben – im kreativen oder strategischen Bereich etwa. Das macht lebenslange Bildung zunehmend wertvoller.

In den Produktionshallen der Fertigungskonzerne ist die Digitalisierung längst angekommen. Viele Arbeitsschritte werden bereits von Robotern und künstlichen Intelligenzen übernommen, die Aufgaben der Mitarbeiter verschieben sich zunehmend in die Kontrolle und Weiterentwicklung dieser Systeme. Ein Bereich, der sich rasant entwickelt.

Aber auch in anderen Branchen sinkt die Halbwertszeit von Wissen. Was vor zwei Jahren noch Stand der Technik war, kann heute bereits veraltet sein. Gut beobachten lässt sich dieser Trend in der Technikbranche. Wer 1987 seine Ausbildung zum Büromaschinenmechaniker machte, wurde mit der Wartung von elektronischen Schreibmaschinen, Diktiergeräten und Faxgeräten betraut. Heute – nur 33 Jahre später – sehen die täglichen Herausforderungen gänzlich anders aus.

Am Beispiel wird klar: wer sich nicht regelmäßig weiterbildet und an die neuen Anforderungen anpasst, wird schnell abgehängt.

Die Lernlandschaft wird sich verändern

Wenn Unternehmen in die lebenslange Bildung ihrer Mitarbeiter investieren, investieren sie nicht nur in ihre eigene Zukunftsfähigkeit, sondern auch in die Employability ihrer Angestellten. Der etwas sperrige Begriff beschreibt die Beschäftigungsfähigkeit eines Angestellten. Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE), und Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG, im Vorwort der gemeinsamen Studie „Lebenslanges Lernen“.

Sie sagen: „Durch das hohe Tempo, das die Digitalisierung anschlägt, müssen Mitarbeiter in ihren Kompetenzen mitwachsen und sich auf dem neuesten Stand halten. Umso wichtiger wird lebenslanges Lernen.“ Aus der Studie geht auch hervor: Digitale Hilfsmittel werden bei der Wissensaufnahme immer wichtiger. Bildung kann damit rund um die Uhr und überall stattfinden. Wichtiges Know-how können sich Mitarbeiter damit immer genau dann aneignen, wenn sie es gerade brauchen.

Vielerorts Nachbesserungsbedarf

Die Arbeitgeber stehen in der Pflicht, ihren Angestellten die nötigen Mittel an die Hand zu geben. Hier besteht laut Studie jedoch erheblicher Nachholbedarf. Nur einer Minderheit der Mitarbeiter (14 Prozent) steht überhaupt ein bestimmtes Budget zur Verfügung, das sie eigenverantwortlich für ihre Weiterbildung nutzen können.

Häufig fehlt es weniger an den Mitteln, als schlicht an der Zeit für Weiterbildung. Gerade einmal 25 Prozent der Befragten gaben an, dass die Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern individuelle Lernzeitbudgets vereinbaren oder eigenverantwortlich über ein bestimmtes Zeitkonto verfügen. Bedeutet im Umkehrschluss: Bei 75 Prozent der Mitarbeiter gibt es keine Regelung für die Integration der lebenslangen Bildung in den Arbeitsalltag.

Ein weiteres Manko in der betrieblichen Bildungslandschaft ist die geringe Weiterentwicklungsquote der vorhandenen Angebote. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Teilnehmer gab an, dass das Weiterbildungsangebot in ihren Unternehmen in den letzten Jahren praktisch gleichgeblieben ist. Nur in 37 Prozent der Fälle sei es ausgebaut worden.

Die erfolgreichsten Unternehmen machen es vor

Dabei machen es die größten Unternehmen vor. So gehört es etwa zu Apples bestgehüteten Geheimnissen, was an der geradezu elitären hauseigenen „Apple University“ gelehrt wird. Die Fielmann AG bildet seine Augenoptiker im Schloss Plön weiter, Festo investiert ca. 1,5% seines Jahresumsatzes direkt in die eigenen Lernzentren.

Wirft man einen genauen Blick auf die weltweit am stärksten wachsenden Unternehmen, stellt man einen Zusammenhang zwischen Wachstumserfolg und Bildungskultur fest. Lebenslange Bildung ist der Faktor, der diese Unternehmen voranbringt.

Lebenslange Bildung in Unternehmen wie Apple im Infinite Loop
Apple schneidet die Bildungsangebote seiner „University“ individuell auf die Mitarbeiter zu.

Die Investition lohnt sich

Ein durchdachtes Bildungskonzept sorgt neben zukunftsfähigem Know-how auch für eine steigende Attraktivität bei Bewerbern. So lässt sich nach einer Studie des Deutschen Insituts für Erwachsenenbildung (DIE) ein Zusammenhang zwischen Weiterbildungsengagement und dem Erfolg bei der Rekrutierung externer Fachkräfte nachweisen.

Diese beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig. Lebenslange Bildung sorgt für einen durchgehend hohen Wissensstandard, der die Entwicklung innovativer Lösungen begünstigt. Das lockt qualifizierte Fachkräfte an, die mit Ihrem Know-how weitere wertvolle Impulse setzen. Wer also in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, investiert direkt in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.

Hier setzen wir seit über 25 Jahren an. Als Impulsgeber für digitales und individuelles Bildungsmanagement möchten wir Bildungs- und Personalverantwortliche unterstützen. Wenn sie genügend Freiräume für die aktive Gestaltung der Bildungskultur bekommen, hilft das dem gesamten Unternehmen. Denn wir sind überzeugt: Bildung ist der Schlüssel, der die Zukunft aufschließt.