»Dankbar leben« – als ich das zum ersten Mal hörte, klang es schon komisch. Irgendwie angestaubt, wie ein Spruch aus Großvaters Zeiten. Und doch war ich beeindruckt, als ich durch Anthony Robbins’ ›The Edge – Der Vorsprung‹ wieder davon hörte.

Es gibt wirklich so vieles, für das wir dankbar sein können. Wir leben und erleben eine Welt des Wohlstands. Zumindest in unseren Breitengraden müssen wir uns nicht über Wasserversorgung und Ernährung Gedanken machen. Aber so weit muss man gar nicht einmal gehen: Es geht mir um dasjenige, das in der unmittelbaren Nähe ist, für das wir dankbar sein können – in meinem Fall meine liebe Frau, meine Kinder, meine Großfamilie, ein Unternehmen, meine Kolleginnen und Kollegen, meine Freundinnen und Freunde und vieles mehr.
Wertvolles.

Bewusst geworden ist mir inzwischen, wie gut, ja wie wichtig es ist, gleich den neuen Tag mit Dankbarkeit zu beginnen, dieses Wertvolle auch wertzuschätzen.
Seit den schwierigen Zeiten im Jahr 2008 beginne ich deshalb jeden Morgen mit einem Gebet – Sie können es auch Meditation nennen –, in dem ich Gott für all die Dinge danke, die er mir geschenkt hat. Und dabei werde ich ganz konkret. Ich danke ihm für meine liebe Frau – und in diesem Moment denke ich ganz intensiv an sie und schicke ihr in Gedanken meine Liebe, wo sie auch gerade ist.
Dann gehe ich in Gedanken weiter zu meinen Kindern und deren Partnerinnen und Partner, dann weiter zu meinem Unternehmen, und so weiter …

Dieser Start in den Tag ist eine sehr wertvolle Zeit, und selbst wenn an diesem Tag viele Termine anstehen und viel zu tun ist, so möchte ich doch auf dieses Ritual nicht verzichten. Martin Luther sagte nicht ohne Grund: »Heute habe ich viel zu tun, also muss ich viel beten.«

Pastor John Ortberg schreibt im Buch ›Wenn das Spiel zu Ende ist, landet alles wieder in der Kiste‹: »Dankbarkeit ist die Fähigkeit, das Leben als Geschenk zu betrachten.«
Tatsächlich dürfen, sollten, ja müssen wir das Wertvolle wirklich auch wertschätzen, damit es uns erfüllen kann. Denn das Leben ist zu kurz, um sich diese Chance entgehen zu lassen! John Ortberg gibt uns deshalb auch folgenden interessanten Impuls mit, der uns nachdenklich machen sollte: »Ich weiß, dass eine Sache wahr ist: wir vergessen, dass wir sterben müssen. Die andere Wahrheit ist: wir vergessen, dass wir leben!«

Besonders in schweren Tagen – und die gibt es bei jedem von uns immer wieder – gilt also: Starten Sie Ihren Tag mit Dankbarkeit. Und Sie werden sehen, dass der Tag dadurch wertvoller wird. Leben in Dankbarkeit hebt Ihr Bewusstsein auf eine neue Ebene. Sie bekommen einen Fokus für das Wichtige im Leben – und können andere Dinge plötzlich von einem neuen Standpunkt aus sehen. Und in der Folge werden Sie auch entschiedener und wertvoller leben.