Monat: November 2015

Mitarbeiterförderung gegen Wechselbereitschaft

Unternehmen wünschen sich motivierte, engagierte Mitarbeiter, die sich regelmäßig weiterbilden. Allerdings auf eigene Kosten, denn nur 50% aller Unternehmer ermöglichen Ihren Mitarbeitern betriebliche Weiterbildungen. Dies stört viele Arbeitnehmer und kann sogar zu deren Kündigung führen.

In der heutigen Zeit wird dem subjektiven Karriereerfolg eine immer größere Bedeutung beigemessen. Die meisten Menschen haben das Ziel sich zu verbessern, neue Aufgaben zu bewältigen oder in und an Ihrem Job zu wachsen. Dabei geht es oft weniger darum Karriere zu machen und Gehaltserhöhungen zu erhalten, sondern darum persönliche Ziele zu erreichen und Herausforderungen zu meistern. Davon profitieren natürlich auch Unternehmen, doch ohne Weiterbildung ist dies jedoch kaum umsetzbar.

Gerade deshalb ist es erstaunlich dass nur knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer von Ihren Betrieben die Möglichkeit geboten bekommen sich regelmäßig außerbetrieblich weiterzubilden. Inzwischen fühlt sich bereits jeder dritte Mitarbeiter im Hinblick auf seine persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und seiner Karriereplanung  nicht von seinem Vorgesetzten unterstützt. Das sagt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

Das hat große Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit, denn wer seltener gefördert wird ist oft unzufriedener mit seiner Arbeit. Die kann sogar in einer Kündigung enden. Über 40% der befragten 18- bis 35-Jährigen gaben an, sich bei einem Jobwechsel für das Unternehmen zu entscheiden, das Ihnen Weiterbildungen ermöglichen würde.

Dennoch hilft es nicht einfach nur Weiterbildungen für seine gesamte Mitarbeiterschaft anzubieten. Das Bildungsangebot muss immer einen direkten Nutzen für den einzelnen Teilnehmer haben. Während der Vertriebler z. B. von einem Rhetorikkurs profitiert, möchte der Kollege aus dem Eventmanagement lieber seine MS Project-Kenntnisse erweitern. Wichtig ist allerdings nicht nur das Thema. Auch die Art der Inhalte. Über zwei Drittel der Studienteilnehmer der IHK Studie „Aufstieg mit Weiterbildung“ von 2014 erwarten bei einer Weiterbildung vor allem konkretes Fachwissen. Nur 10% hatten auch Interesse daran theoretische Hintergründe vermittelt zu bekommen.

Sollten Sie diese Wünsche Ihrer Mitarbeiter beachten, erhöhen Sie durch Ihre Förderungsmaßnahmen nicht nur Motivation und Produktivität. Sie werden auch interessanter für zukünftige Bewerber. Denn Von einer Weiterbildung profitiert meist nicht nur ein einzelner Mitarbeiter, sondern das ganze Unternehmen.

Mitarbeiterbindung als Lösung im War of Talents

In Zeiten des Fachkräftemangels drehen sich die meisten Recruitingstrategien darum, wie neue Talente angeworben werden können. Leider wird dabei oft vergessen, auch auf Mitarbeiterbindung zu setzen und so wichtige und gut ausgebildete Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Doch wer nicht aufpasst riskiert im Werben um die besten Kandidaten den Kürzeren zu ziehen. Eine Studie der Hay Group beispielsweise prognostiziert eine Steigung der Fluktuationsrate in Unternehmen von 14% auf 15,2% bis 2018.

Doch warum kündigen Mitarbeiter? Und was können Sie dafür tun, damit diese Prognose nicht auf Ihr Unternehmen zutrifft? Wir haben ein paar mögliche Faktoren für Sie aufgeführt und schlagen Ihnen Lösungen vor, wie Sie damit umgehen können.

Ihre Mitarbeiter fühlen sich nicht genug eingebunden
Laut Studien hat die Einbindung von Mitarbeitern für knapp 80% der Human Ressources Manager eine hohe Priorität. Doch nur die Hälfte davon hat auch eine Strategie, um dies umzusetzen. Wer jedoch seine Mitarbeiter nicht einbindet oder ihre Fähigkeiten, Ansichten und Ideen nicht genug anerkennt, kann diesen das Gefühl vermitteln, sie würden nicht beachtet. Mitarbeiter, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, neigen zur Wechselbereitschaft.

Setzen Sie auf regelmäßige Meetings und Gespräche. Nur wer weiß, was seine Mitarbeiter gut können und woran sie noch arbeiten müssen, hat die Möglichkeit  sie auch aktiv einzubinden. Durch regelmäßige Meetings, sowohl unter vier Augen als auch im kompletten Team, lernen Sie nicht nur die Stärken und Schwächen Ihrer Mitarbeiter kennen und können sie danach einsetzen und fortbilden, Sie sorgen damit auch dafür, dass sich diese mit ihrer eigenen Leistung und den Unternehmenszielen im Einklang befinden.

Sie kommunizieren Ihre Erwartungen nicht klar genug
Fast die Hälfte der befragten Fachkräfte in der Hays-Studie kritisieren, dass die Stellenbeschreibung in der Anzeige nicht Ihre jetzige Position und Aufgaben nicht treffend beschrieb. Mit unpräzisen Aufgabenbeschreibungen stellen Sie sich selbst vor Schwierigkeiten, die richtigen Personen im Bewerbungsprozess anzusprechen.

Untersuchen Sie Ihre Stellenanzeigen und versuchen Sie diese eindeutiger zu formulieren. Nehmen Sie so viele Informationen wie möglich darin auf und geben Sie auch ausreichende Details zu Unternehmensphilosophie, Zielen und Weiterbildungsmöglichkeiten auf.

Ihre Wertschätzung kommt bei den Mitarbeitern nicht an
Natürlich freuen sich Ihre Mitarbeiter, wenn Kunden ihnen ihre Begeisterung mittteilen, jedoch wünschen sich die meisten die Anerkennung ihrer Vorgesetzten. Fast 80% sagen, sie wären motivierter, wenn sie mehr Anerkennung erhalten würden.

Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, sich noch stärker mit ihrem Job zu identifizieren. Mal ein kleines Lob oder, wie bei easySoft, eine im Infoboard veröffentlichte Erfolgsgeschichte kann Wunder bewirken. Die Anerkennung der Anstrengungen Ihrer Mitarbeiter hilft Ihnen dabei, diese zu motivieren und noch enger ans Unternehmen zu binden.

Ihre Mitarbeiter sehen keine Entwicklungsmöglichkeiten
Weniger als ein Viertel aller Arbeitnehmer haben das Gefühl, dass sich ihre Vorgesetzten für ihre berufliche Weiterentwicklung interessieren. Diese Einstellung ist gefährlich. Denn wer sich unterfordert fühlt, ist eher bereit sein Unternehmen zu verlassen, selbst wenn er ansonsten mit seinem Abreitgeber zufrieden ist. Gerade berufliche Selbstverwirklichung und Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind den heutigen Bewerbern und Beschäftigten besonders wichtig.

Versuchen Sie dem entgegenzusteuern und Ihren Mitarbeitern verschiedene Möglichkeiten anzubieten. Onlinekurse, Konferenzen, interessante Projekte oder Mentorenprogramme sorgen nicht nur für besser ausgebildete und motiviertere Mitarbeiter. Sondern auch dafür dass sich diese im Unternehmen wohlfühlen. So stärken Sie die das Employer Branding und haben durch die begeisterten Mitarbeiter auch noch die beste Arbeitgeberwerbung, die sich ein Unternehmen wünschen kann.

Nutzen Sie diese Vorschläge und behalten Sie im War of Talents die Nase vorn. Steigern Sie ihr Employer Branding und senken Sie die Fluktuation in Ihrem Unternehmen. Das Ergebnis sind glücklichere, engagiertere und produktivere Mitarbeiter. Es lohnt sich also!

© 2018 Andreas Nau